Meine Eltern
Das da sind meine Eltern, Lena und Roland.
Man mag mir ja vielleicht Befangenheit vorwerfen, aber ich finde die beiden ziemlich nett. Die haben sich schon vor Monaten so schön angeregt mit mir unterhalten, obwohl ich ihnen meistens gar nicht so genau zugehört habe. Ich war ja auch schließlich viel zu oft damit beschäftigt, lustige Beulchen in Mamas Bauch zu boxen. Aus irgend einem mir nicht näher bekannten Grund fanden sie das jedes Mal aufs Neue ganz hinreissend...
An dieser Stelle will ich Euch noch einmal kurz erzählen, wie es zu meiner doch sehr überraschenden Entbindung kam, mit der zu diesem Zeitpunkt überhaupt noch niemand wirklich gerechnet hatte.
Meine Mama hatte bereits vor meiner Empfängnis kleinere Probleme mit dem Blutdruck, die dann im Zuge der Schwangerschaft noch weiter anwuchsen. Im Laufe der 32 Wochen Schwangerschaft waren Mama und Papa schon zwei Mal im Krankenhaus, um die Hyperthonie im Zaum zu halten. Auch am 31. März 2008 am späteren Abend sollte es der Blutdruck sein, der die beiden dazu brachte, dem Landesklinikum Thermenregion (das ist der offizielle Name des KH Mödling) sicherheitshalber einen Besuch abzustatten. Sie erwarteten, eine Einstellung des Blutdrucks auf gewohntes Niveau zu erreichen und dann nach ein paar Tagen wieder nach Hause zu gehen.
Der Arzt, der an diesem Abend Dienst hatte ordnete erwartungsgemäß eine stationäre Aufnahme an und machte in paar Untersuchungen (Blutbefund, CTG und natürlich Ultraschall). Er deutete dan zwar an, dass ich nicht mehr sonderlich lange auf mich warten würde lassen, aber sah zu diesem Zeitpunkt auch keinen akuten Handlungsbedarf. Alle Ergebnisse waren soweit zufriedenstellend, also war erstmal Entspannung angesagt. Mama kam auf die Station und bezog ihr Zimmer.
Keine 30 Minuten später kam dann die - sehr liebe - Hebamme zu ihr ins Zimmer und meinte, dass der Arzt noch ein CTG haben möchte, also schloss sie die Elektroden an Mamas Bauch an und startete das Gerät. So schön die Kurve bei dem CTG kurz nach der Ankunft im Krankenhaus auch war, diesmal wollte ich mich partout nicht rühren und meldete mich kaum. Die Hebamme rief daher nach dem Arzt, der dann angesichts der ergebnislosen Weckversuche meinen vollkommen überraschten Eltern mitteilte, dass er gedenke, mich inherhalb der folgenden 25 oder 30 Minuten mittels Sectio caesarea zu holen. Mama und Papa waren gleichermassen perplex und wollten ihren Ohren erst nicht trauen. Die ernste Miene des Doktors war aber unmissverständlich und OP-Team und Hebamme bereiteten sofort alles nötige vor. Ich glaube, Mamas und Papas Puls sprengten in diesem Moment alle Skalen... (Fortsetzung folgt...)